Fast auf den Tag genau nach zwei Jahren ist das Orgelpositiv zum zweiten Mal nun wohl für immer heimgekehrt, nach langer Reise von Pöllau nach Deutschland, nach 48 Jahren zurück nach Pöllau, zur Restaurierung nach Wien, zuletzt wieder nach Pöllau.

Zur Freude gesellte sich bald die Sorge um den Zustand des barocken Instruments. Es war nur mit Einschränkungen spielbar, die Windversorgung störanfällig, der veraltete Gebläsemotor zu laut. In den 1960er-Jahren waren unsachgemäße Eingriffe vorgenommen und minderwertige Metallpfeifen eingebaut worden. Dazu kam die befremdliche Veränderung des Äußeren. Daher war im Interesse der Erhaltung des barocken Kleinods eine fachgerechte Instandsetzung samt Restaurierung des Gehäuses keine Frage. Orgelbaumeister Wolfgang Karner – schon mit der großen Pöllauer Orgel vertraut – erhielt den Auftrag, und mit Restaurator Gerhard Zimmermann war ein auf Orgelgehäuse spezialisierter Fachmann gefunden. Das Bundesdenkmalamt sagte eine großzügige Förderung zu.

In der Wiener Werkstatt des Gehäuserestaurators wurde im Beisein von Bürgermeister Johann Schirnhofer, Dr. Gerhard Pichler vom Bundesdenkmalamt und Prof. Dr. Peter Sterzinger ein dezentes Grün für die neue Fassung des Gehäuses gewählt, da eine originale nicht mehr feststellbar war. Die unbrauchbaren Metallregister wurden entfernt, nach historischen Recherchen durch Wolfgang Karner rekonstruiert und neu angefertigt. Dies war möglich durch die Kenntnis der beiden Erbauer: „Veith Wurtzer orglmacher, Cyriacus Werner Juny 1746“ (Eintragung im Gehäuse). Die originalen Holzpfeifen wurden restauriert.

Ab 18. Mai fanden abschließende Arbeiten am endgültigen Standort im Kleinen Freskensaal des Schlosses Pöllau statt, erste Klangproben konnten dem Bürgermeister geboten werden. Am 20. Mai dann volles Klangerlebnis – vorerst ohne Publikum, doch das wird nachgeholt!

Die Musikschule hat nun ein wunderbares historisches Instrument in einem herrlichen Raum – für solistisches und Ensemblespiel. Nun gilt es, die Jugend dafür zu gewinnen.

Orgelbaumeister Wolfgang Karner setzte das Kleinod fachgerecht instand…

… Prof. Dr. Peter Sterzinger unterstützte ihn beim Aufbau im Kleinen Freskensaal und gab erste Klangproben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Orgelbaumeister Wolfgang Karner, Prof. Dr. Peter Sterzinger